Mittwoch, 1. Dezember 2010

Winterreifen für PKW

Regen, Nebel, Schneematsch und Glatteis - das alles erwartet uns in den kommenden Monaten. Um für diese Umstände richtig gerüstet zu sein, werden wir den Wintermantel ausmotten und die gefütterten Schuhe bereitstellen.

Aber was machen wir mit unserem Auto? Das will gerade in der kalten Jahreszeit gepflegt werden. Sobald der erste Schnee fällt und sich Frost einstellt, steigt die Pannenstatistik enorm an. Um das zu vermeiden, wäre es gut, einige Vorkehrungen zu treffen.  

Hier die wichtigsten Tipps für problemlose Fahrten durch den Winter:
Besondere Beachtung gilt der geeigneten Bereifung. Diese sollte unbedingt vor dem ersten Schneefall aufgezogen werden. Die Autofahrerclubs raten, von Oktober bis Ostern mit Winterreifen zu fahren. Für den optimalen Bremsweg müssen Winterreifen in Diagonalbauart eine Profiltiefe von mindestens fünf Millimeter haben, Reifen in Radialbau vier Millimeter.

Damit das Lamellenprofil richtig greifen kann, sollte der Luftdruck von Winterreifen um 0,2 bar gegenüber den Sommerreifen erhöht werden. Tankstellen haben tragbare Reifendruckmessgeräte, mit denen sich der Reifendruck optimal einstellen lässt.

ÖNORM EN 12645 für Druckmessgeräte legt fest, dass so genannte mechanische Anlagen solide und sorgfältig gebaut sein müssen, um sicherzustellen, dass die Messbeständigkeit erhalten bleibt.

Damit der gemessene Druckwert gut lesbar ist, regelt die
ÖNORM EN 12645, dass der Zeiger der Druckanzeige nicht breiter als die Teilstriche sein darf und jeder fünfte Teilstrich sich von den anderen Teilstrichen durch eine größere Länge unterscheiden muss.

Aufziehen von Schneeketten

Doch auch mit Winterreifen stößt man schnell an die Grenzen der Mobilität. In den Bergen ist dann oft an ein Weiterkommen nicht mehr zu denken, und wenn das Schneekettenschild auftaucht, müssen Schneeketten angelegt werden.

Beim Kauf der Schneeketten ist es wichtig, auf Qualität zu achten. Sie sollten einfach in der Handhabung sein, langlebig und absolute Griffigkeit in allen Situationen aufweisen.

Diese Punkte gewährleisten Schneeketten mit der Kennzeichnung "ÖNORM V 5117 geprüft".

Reifen richtig lagern

Bei der Lagerung der Reifen sollte der Luftdruck um 0,3 bar erhöht werden. Die abgenommenen Sommerreifen am besten vor dem Einlagern auf Risse oder Schnitte überprüfen und Steinchen im Profil entfernen.

Die ÖNORM C 9411 für Lagerung, Reinigung und Wartung von Gummi-Erzeugnissen weist darauf hin, dass Reifen bei einer Lagerung ab vier Wochen aufrecht stehend auf Regalgestellen mit wenigstens 10 cm Abstand zum Fußboden gelagert werden sollten.

Außerdem soll man die Reifen einmal pro Monat etwas drehen, um Verformungen zu vermeiden.

Scheibenwaschanlage & Frostschutzmittel

Um den Durchblick zu behalten, sollte man weiters der Scheibenwaschanlage Frostschutzmittel zuführen.

ÖNORM V 5124 definiert Scheibenreinigungs-Flüssigkeiten mit Frotschutz für Scheibenwaschanlagen von Straßenfahrzeugen. Nach dem Einfüllen des Frostschutzmittels die Anlage betätigen, damit die kältefeste Mischung sofort in alle Zuleitungen gelangt.

Das Verhältnis des Frostschutzmittels zum Wischwasser beträgt je nach Temperatur bei bis minus 30 Grad Celsius reines Frostschutzmittel, bei bis minus 15 Grad Celsius 2 Teile Frostschutzmittel und ein Teil Wasser und bei bis minus 8 Grad Celsius 1 Teil Frostschutzmittel und 1 Teil Wasser.

Frostschutzmittel für den Kühler

Auch der Frostschutzgehalt im Kühlwasser muss überprüft werden, sonst könnte bei extremen Temperaturen der Kühler platzen. Das Nachfüllen des Frostschutzmittels sollte man allerdings einem Fachmann überlassen.

Die Anforderungen an das Frostschutzmittel als Zusatz für Verbrennungsmotoren legt die ÖNORM V 5123 Frostschutzmittel für Kühlsysteme von Verbrennungsmotoren fest.

Sie sorgt dafür, dass das Kühlerfrostschutzmittel, mit Wasser vermischt, das Kühlsystem ganzjährig vor Korrosion schützt und das Einfrieren der Kühlflüssigkeit verhindert wird.

Unterbodenschutz

Auf keinen Fall schaden kann ein Blick unter das Auto. Denn salznasse Fahrbahnen und Auftaumittel können der Unterseite des Fahrzeugs kräftig zusetzen.

Deshalb sollte man in der Werkstätte den Unterbodenschutz überprüfen und, wo notwendig, ausbessern lassen. Denn, wenn der Rost einmal zu nagen beginnt, werden Reparaturen teuer.

Anforderungen an Korrosionsschutzmittel für den Unterboden- und Hohlraumschutz von Straßenfahrzeugen regelt ÖNORM V 5120.

Scheinwerfer & Signalleuchten

Auch die Lichtanlage sollte man einer Überprüfung unterziehen. Dabei alle Leuchten inklusive Blinker und Nebellicht überprüfen. Eine defekte Lampe kann man meist selbst auswechseln.

Die technischen Anforderungen zur Austauschbarkeit von Lampen legt ÖVE/ÖNORM EN 60809 Lampen für Straßenfahrzeuge fest. Diese Norm gilt für austauschbare Lampen zur Verwendung in Scheinwerfern, Nebelscheinwerfern und Signalleuchten (Bremsleuchten, Blinker) von Straßenfahrzeugen.

Die Anforderungen an die Arbeitsweise regelt ÖVE/ÖNORM EN 60810.

Außerdem empfiehlt sich eine regelmäßige Reinigung der Scheinwerfer. Bereits nach einer halben Stunde Fahrt auf verunreinigter Straße verschmutzt der Autoscheinwerfer um mehr als 60 Prozent und schluckt so das Licht.